07.10.2016
Neues Jugendangebot "denk mal wien" startet

Mauthausen Komitee zertifiziert "denk mal wien"-Vermittlerinnen und -Vermittler im Bundeskanzleramt

Gestern wurden im Bundeskanzleramt 27 "denk mal wien"-Vermittlerinnen und –Vermittler zertifiziert, die seit 2015 Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) ausgebildet wurden.

Auf Einladung der Bundesregierung und der Stadt Wien konzipierte das Mauthausen Komitee Österreich das Vermittlungsprojekt "denk mal wien".

Staatssekretärin Muna Duzdar, Master, Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi übergaben den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen ihre Zertifikate.

Staatssekretärin Duzdar erinnerte in ihrer Eröffnungsrede an die Worte des kürzlich verstorbenen Zeitzeugen Max Mannheimer: "Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschehen ist. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." "Die aktuelle Stimmung im Land macht dieses Zitat aktueller denn je. Wir glauben oft, Werte wie Demokratie, Freiheit und Solidarität seien in Stein gemeißelt. Doch das ist nicht so. Die Hemmschwelle verbaler und non-verbaler Gewalt sinkt. Projekte wie 'denk mal wien' sind ein wichtiger Baustein dafür, die Erinnerung wach zu halten und Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zu betreiben", so Duzdar.

"Erinnerungskultur hat für die Stadt Wien einen großen Stellenwert. Zahlreiche Projekte, wie zuletzt das Deserteursdenkmal oder die aktuelle Umsetzung des Mahnmals am ehemaligen Aspernbahnhof, zeugen davon. Mit dem Programm "denk mal wien" wird die Bedeutung dieser Projekte auch für ganz aktuelle gesellschaftliche Prozesse vermittelt, die insbesondere jungen Menschen den Zusammenhang zwischen Geschichte und Gegenwart zugänglich machen soll", so Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

"Wichtig ist uns bei unserer Vermittlungsarbeit, die Jugendlichen in ihrer heutigen Lebenswelt zu erreichen. In den "denk mal wien"-Rundgängen nutzen wir QR-Codes, Einbindung von Social Media und kurze, aussagekräftige Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Uns ist es wichtig, dass Jugendliche Österreichs Geschichte kennen und dadurch erkennen, wenn die Demokratie in unserem Land in Gefahr ist ", so Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich.

Mehr als 130 Personen hatten im Frühjahr 2015 Interesse, beim Jugendprojekt "denk mal wien" mitzumachen. In einem mehrstufigen Verfahren wurden die 27 engagierten Vermittlerinnen und Vermittler ausgewählt. Im Praxisteil der Ausbildung fanden bereits Rundgänge mit mehr als 1.600 Jugendlichen statt. Schon in den ersten Wochen wurden über 80 Rundgänge angemeldet. Bis zum Ende des Jahres 2017 sollen 8.000 Jugendliche erreicht werden.

Die Rundgänge des Vermittlungsprojekts "denk mal wien" beschäftigen sich mit 4 verschiedenen Themen: "Wir sind HeldInnen", "Republik und Demokratie", "'Wir' und die 'anderen'" und "Was ist Österreich?". Der historische Fokus wird auf die Republiksgeschichte sowie die Zeit des Nationalsozialismus mit einem Gegenwartsbezug gesetzt. Im Zuge der thematischen Rundgänge werden inhaltliche Anknüpfungspunkte zur Geschichte der Orte und Denkmäler/Gedenkstätten gebildet.

Das Projekt richtet sich besonders an eine jugendliche Zielgruppe mit dem Fokus auf Schülerinnen und Schüler aus Polytechnischen Schulen und Berufsschulen, Lehrlinge, Jugendliche aus Berufsbildungseinrichtungen, jugendliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende sowie Jugendliche aus außerschulischen Einrichtungen.

Mehr als 60 Videoclips mit Berichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind Bestandteil der Rundgänge und auf der interaktiven Website www.denkmalwien.at zu finden.

Rückfragen & Kontakt:
Mauthausen Komitee Österreich
Willi Mernyi, Vorsitzender
Telefon: +43 664 10 36 465
E-Mail: info@mkoe.at
Web: www.mkoe.at